Wenn Du ein totes Pferd reitest, steig ab (Sprichwort der Dakota-Indianer)
Vor einiger Zeit traf ich eine liebe Bekannte, die ich mehrere Monate nicht gesprochen hatte. Julia ist Mitte Dreißig, sehr attraktiv, bestens ausgebildet, pfiffig, ehrgeizig und total unglücklich. Vor einem halben Jahr hatte sie einen neuen Job angenommen, welcher ihr angeboten wurde. Statt sich auf die neue Herausforderung zu freuen, plagte sie schon während des Bewerbungsprozesses ein unbehagliches Gefühl im Bauch.
Ihr Kopf hatte jedoch – mangels aktueller Alternativen – entschieden, dass es das Beste sei, diese Gelegenheit zu nutzen und den Job anzunehmen, trotz dessen sie weder das Thema ihrer neuen Beschäftigung interessierte, noch die ihr unbekannte, kleine Stadt, in die sie für dieses Vorhaben ziehen musste.
Jetzt berichtete sie mir, dass sich ihr schlechtes Bauchgefühl vollständig bestätigt habe. Sie sei absolut unzufrieden mit der Situation und stelle sich häufig die Frage: „Wie ändere ich mein Leben?“. Allerdings habe sie keine Antwort hierauf. Sie wisse einfach nicht, wie sie vorgehen solle. Zudem beginne auch ihre Beziehung zunehmend darunter zu leiden, da sie immer häufiger miserabel gelaunt sei. Ihren Unmut versuche sie durch Sport und häufige Wochenendreisen zu kompensieren. So missmutig, wie sie sich immer öfter erlebe, möge sie sich selbst immer weniger, gestand sie mir. In ihrem derzeitigen Leben schien ganz offensichtlich Einiges nicht zu passen.
